Die Geschichte vom bösen Mann ist für die Blöden

daniele-ganserAm Sonntag den 10. Mai 2015 in Berlin im Kino Babylon war der große Saal mit 500 Plätzen ausverkauft. Es moderierte der freie Journalist Ken Jebsen, es gab eine Einleitung vom Free21-Macher Tommy Hansen und es sprach der Historiker und der Star des Abends Dr. Daniele Ganser über Regime Changes in der ganzen Welt mit dem Schwerpunkt auf die Ukraine.

Dabei betonte er, dass die Ukraine nicht vom Volk gestürzt wurde und dass ein wichtiges Thema dabei der NATO-Beitritt der Ukraine sei. Er zitierte unter anderem Ray McGovern (CIA):

„Es war ein … gesponsorter Putsch.“

Am Anfang und am Ende der Veranstaltung sprach er die Medienkompetenz an, kritisierte nicht die Medien selbst, sondern die Leser, die diese Medien kritiklos konsumieren und Alternativen gezielt suchen müssen. Dabei nannte der die öffentliche Meinung gleich hinter dem Imperium als die zweitgrößte Macht dieser Welt.

Dass die USA das derzeitige Imperium sind, erkenne man in der Geschichte anhand der Weltreservewährung, des BIP, des Militärs und der Spionage. Er kritisierte den Imperialismus als etwas, in dem es eher um Schürfrechte, als Menschenrechte ginge. Dabei müsse zum Erhalt des Imperiums Eurasien geschwächt werden. Diese Aussage wurde mit Zitaten von Friedman (Thinktank Stratfor) belegt.

Die Medienlandschaft beschrieb er in einer Art, dass es dort meistens vereinfachend um die Jagd nach dem „bösen Mann“ ginge. Aber er selbst meinte dazu kritisch:

„Die Geschichte vom bösen Mann ist für die Blöden.“

Als Beispiele für historische Regime-Changes brachte er den Sturz von Mossadegh im Iran durch Großbritannien und die USA, die versuchten Sturzaktionen in Kuba, den Regime-Change in den USA mit dem Mord von Kennedy, Chile (Allende, Pinochet) mit Mord und Folter als Ergebnis, Afghanistan mit 220 Tausend Toten, Irak, Libyen und dann die Ukraine.

Er erwähnte die Interessen der USA am Beispiel des Telefonats von Nuland (Fuck the EU), wo bekannt wurde, dass man nicht wie die EU den Klitschko, sondern lieber Jatzenjuk als Premier einsetzen wolle. Zudem gab Nuland zu, 5 Milliarden in die Ukraine „investiert“ zu haben.

Der Maidan wurde detaillierter besprochen, insbesondere die Scharfschützenmorde mit 40 Toten (Polizisten und Demonstranten), die von hinten aus dem Hotel „Ukraina“ ermordet wurden. Ärzte bestätigten, dass die Kugeln identisch waren. Dabei wurde der Film „Maidan Massacre“ erwähnt.

In Bezug auf die Krimkrise erwähnte er das Selbstbestimmungsrecht der Völker und verglich das Ereignis mit der Sezession des Kosovo.

Am Ende betonte er, dass man Konfliktlösungen nur friedlich herbei führen kann, denn das ginge auch in der Ehe nicht, dass der Ehemann die Frau erschlägt und die Frau den Mann vergiftet, wenn man sich nicht in allen Punkten einig wird.

Nach dem Vortrag gab es interessante Gespräche, nicht nur mit Daniele Ganser, auch mit dem Mahnwachenbegründer Lars Mährholz, dem Herausgeber von Free 21 Tommy Hansen, der ehemaligen Pegida-Mitbegründerin Kathrin Oertel, die jetzt ebenfalls die Ursachen und nicht mehr die Symptome kritisiert, einer RT-Mitarbeiterin und einigen Friedensaktivisten.

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13 Antworten zu Die Geschichte vom bösen Mann ist für die Blöden

  1. Andy schreibt:

    Ich versteh nicht, warum sich viele (gerade mehrheitlich von den Linken…mir tuts ja schon weh das jetzt zu schreiben, Kopfschüttel) auf die Fr Oertel stürzen und niedermachen, anstatt froh zu sein, das sie sich informiert hat und sich von ihren vorhereigen Anschauungen distanziert hat. Das ist doch positiv. Da meinen einige zum verzeihen, ist es zu früh, sie sollte sich erst mal zurück ziehen usw.
    Warum? Wer legt fest, das man sich erst mal verstecken muss? Wenn jemand meint, sie erstmal zu beobachten (wie lange eigentlich?) und ständig kritisieren zu müssen (wie lange eigentlich?), oder: man weiß nicht ob man ihr trauen kann….dem kann ich nur sagen, dass genau das, auf sein eigenes eher negatives Menschenbild schließen lässt.
    Da gab es auch Leute, die zuerst ein riesen Aufschrei machten, beleidigten aufs Übelste (wieder eher von links…sorry) und sich dann nach etlichen Erklärungen von anderer Seite, erst einmal informierten. Stopp, hier stimmt doch was nicht, war es nicht so, das man sich zuerst erkundigt und dann urteilt? Ist nicht genau das, unser Standpunkt zu zb den Massenmedien? Erst überall informieren, dann urteilen?
    Man könnte sogar direkt und Vorort nachfragen, weil die Protagonisten sich kennen. aber nein, irgendwie scheint das nicht zu gehen.
    Über Pegida und jedem der da mitmarschiert, kann ich nur den Kopf schütteln. Das wird wohl so bleiben. Über Lutz Bachmann kann ich nur den Kopf schütteln. Über Fr Oertel konnte ich nur den Kopf schütteln.
    Als ich ihre Distanzierung vernahm, fand ich diese zwar holprig und stellenweile unausgegoren, aber ich hatte mir gesagt: OK, sie scheint dazu gelernt zu haben, ist doch toll.
    Warum soll ich skeptisch sein? Sie könnte ein Agent sein, sie könnte ja immer noch so drauf sein, sie könnte sich nur verstellen, sie braucht nur Publikum, sie könnte dies und sie könnte das….möglich, aber das weiß man doch vorher nicht.
    Ein Gericht bestraft nicht zuerst eine mögliche Tat und fragt dann erst nach, ob überhaupt eine Tat stattgefunden hat.
    Ich vertraue erst mal jedem. Möglich das ich enttäuscht werde. Möglich aber auch, das dem nicht so ist. Wiegesagt, hat das mit dem eigentlichen Menschenbild zu tun. Wer dauernd allen misstraut, hat irgendwie ein negatives Menschenbild oder nur schlechte Erfahrungen im Leben gemacht…und wenn das auch noch von Linken kommt, stimmt doch irgend etwas nicht.
    Es ist doch so, das die Linken eher die Leute aufklären sollten und ein positives Menschenbild vermitteln sollten. War das nicht mal deren selbsternannte Aufgabe anstatt misstrauisch gegenüber allem und jeden zu sein?
    Gerade auch die Sache mit dem Transparent…da werden kurzerhand überall „Nazis“ vermutet, dem eigenen Ego wegen oder weil das ihren Jahrelang eingespielten Gleichschritt stört, weil es nicht im Parteibuch steht, weil gerade keine Nazis da sind und man welche zum anschreien braucht (einige brauchen wohl eine Schrei Therapie) oder sonst wie.
    Frank, ich nehme an, Deine Glatze erzürnt die Gemüter (eigentlich Rassismus, in jedem der eine trägt, einen möglichen Nazi zu sehen), man muss sich noch dafür entschuldigen, das die Natur bei einigen dies so vorgesehen hat, möchte man nicht, wie früher viele Leute mit Haaren rechts und links und leere in der Mitte herumlaufen. Vielleicht Perücke aufsetzen? Oder Haare lang wachsen lassen, damit jeder die freie Stelle in der Mitte sieht? Haare drauf tätowieren?
    Im Übrigen haben heutzutage so viele Glatze oder kurze Haare (gab es so früher nicht), das nicht mal mehr ein Skinhead im Straßenbild noch irgendwie auffällt.
    Es ist schon kurios heutzutage.

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    • Frank Geppert schreibt:

      Deswegen trage ich meistens Hüte oder Mützen, weil sie mich tatsächlich so oberflächlich beurteilen.

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      • Widerstand schreibt:

        Respekt Herr Geppert!

        Sie erweisen einen langen Atem und Besonnenheit.

        Ich sagen ihnen: Ich bin mehr Patriot als der ganze Thüringer Heimatschutz, eine an Minderwertigkeitskomplexen leidende Bewegung, führer,- orientierungs und wirkungslos. Ich bin mehr Linker als all die Salon-Gesinnungsadligen, die sich am Symptom festbeissen und die Ursachen in Schockstarre leugnen und dabei ins Stockholm Syndrom verfallen wobei sie mich als Nazi bezeichnen.

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  2. Andy schreibt:

    PS: Zum Thema:
    Faschismus. Hier folgendes nachzulesen (in Hartz IV), hier wird vom Jobcenter argumentiert: „Faschismus ist kein Grund, keine Bewerbungsbemühungen vorzulegen“ (komplett alles lesen, steht in diesem Sinne, bei: Begründungen):

    http://grundrechte-brandbrief.de/Prozesse/10-Klage-achte-100%25-Sanktion/2015-05-07-JC-Sanktion.htm

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  3. Andy schreibt:

    @Widerstand
    Danke für den Link. Ich kenne die Seite vom Aufgewachten länger, leider steht dort neben realen und guten auch sehr viel blödsinniges und nur komische behauptungen, er macht es sich zu einfach, zb: „Zuweisungen zu einen 1 Euro Job sind rechtwidrich“…toll, ja und? warum sollen die rechtswidrig sein, wenn man die EGV (Vertrag) selber unterschreibt? Die aussage der Rechtswidrigkeit muß bewiesen werden, ansonsten interessiert das keinen Richter, bzw interessiert ihm das von vornherein nicht, er schaut nur was im Hartz IV Gesetz steht.
    Der Aufgewachte macht es sich zu leicht, wenn dem so wäre, wie er schreibt, wäre das ganze Hartz System schon vor längerer zusammengebrochen.

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  4. Andy schreibt:

    Auch interessant:

    Spiegel- und RTL-Mitarbeiter kündigt und packt aus: „Journalisten werden daran gehindert zu denken, zu recherchieren und die Wahrheit zu schreiben“:

    http://de.sott.net/article/16493-Spiegel-und-RTL-Mitarbeiter-kundigt-und-packt-aus-Journalisten-werden-daran-gehindert-zu-denken-zu-recherchieren-und-die-Wahrheit-zu-schreiben

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