„In der Internationalen Politik geht es nie um Demokratie oder Menschenrechte. Es geht um die Interessen von Staaten. Merken Sie sich das, egal, was man Ihnen im Geschichtsunterricht erzählt.“
Egon Bahr
Egon Bahr ist mit 92 Jahren gestorben. Er war erst Journalist und wurde später Willy Brandts engster Vertrauter, lernte dabei die Ostpolitik kennen. Er arbeitete im Berliner Senat, im Planungsstab des Auswärtigen Amts, war im Kanzleramt und Bundesgeschäftsführer der SPD sowie Direktor des Instituts für Friedensforschung in Hamburg.
Wir hatten Besuch von Fabian aus Braunschweig, redeten unter anderem über die ukrainischen Flüchtlinge, von denen bereits 1 Million nach Russland geflohen sind, obwohl doch dort der böse Putin ist, wenn man unserer Presse Glauben schenkt. Was stimmt da wohl nicht?
Wir haben in Dresden beim Stadtfest zuerst mit den Bundeswehrsoldaten gesprochen, vor McDonalds und auf den verschiedenen Plätzen des Stadtfestes in Dresden demonstriert.
In satirischer Weise haben wir aufgefordert, mehr Steuern zu zahlen, um U-Boote zu verschenken, mehr Bild zu lesen, um Feindbilder zu festigen, damit die Nato nicht aufgelöst wird, mehr Kinder zu zeugen und diese zum Sport zu schicken, damit sie fit für die Bundeswehr sind. Wir haben sie gebeten, mehr beim Bündispartner zu essen, da Chlorhühnchen auf Monsanto-Brötchen gut für die Bündnistreue sind.
Kurz vor Ende unserer Runde hat die Polizei uns aufgehalten, war aber kooperativ, hat uns auf das Vermummungsverbot hingewiesen, Daten aufgenommen und Versammlungsleiter bestimmt. Danach durften wir weiter machen.
Es gab wieder einen Presserückblick, Gespräche über Propaganda, über die Verteilung von Vermögen in Deutschland oder über die Art, wie man mit Griechenland umgeht.
Christian Neumann, ein Soldat, der sowohl den Kosovo als auch Afghanistan mit erlebt hat, sendet einen Hilferuf aus der Truppe. Er schließt sich der politischen Forderung an, die deutschen Soldaten von der türkisch-syrischen Grenze abzuziehen.
Er nannte viele Details und Fakten, z.B. die extreme Ausweitung der NATO-Flüge, Alarmstarts, taktische Starts sowie Manöver und Gefechtsbereitschaft an der russischen Grenze. Er bestätigte, dass knapp Tausend US-Panzer und andere Technik nach Osten deponiert bzw. stationiert wurden.
Nach seiner Aussage werden 154 Tausend deutsche Soldaten derzeit in internationale Manöver geschickt, doppelt so viele wie in 2013. Allein 16 Manöver sind in Polen und im Baltikum. Diese Einsätze kosten uns 90 Millionen Euro, was 30 Prozent mehr als im letzten Jahr sein sollen.
Er erwähnte die Ausweitung der NATO von 12 auf 28 Staaten in Richtung Osteuropa und kritisierte die weltweite „Modernisierung“ der Atomwaffen. Auch sprach er die an Israel gelieferten U-Boote an, die überall in der Welt mit Atomwaffen aktiv werden können. Er forderte die Kanzlerin auf, ihre Staatsräson zu überdenken.
Der deutschen Regierung gab er die Schuld an wachsendem Antiamerikanismus, weil sie sich in allen Fragen den Interessen der USA beugt.
Er forderte:
Austritt aus der NATO und Abzug der US-Truppen aus Europa, aber mindestens aus Deutschland
Stopp der Rüstungsexporte
Abschaffung aller Atombomben insbesondere der US-Bomben aus Deutschland
Frank Geppert vertrat die Friedensbewegung Halle in Würselen, wo am 07.08. ab 21 Uhr bei Dämmerung eine Gedenkveranstaltung stattfand, um den Opfern in Hiroshima und Nagasaki zu gedenken. Die Hälfte der Opfer ist nach den Atombombenabwürfen sofort verbrannt, die anderen kurz darauf elendig, schmerzvoll und leidend gestorben.
Auf der Veranstaltung gab es schwermütigen Gesang, Gedichte, Redebeiträge und einen Bundeswehrsoldaten, der einen Hilferuf aus der Truppe sandte und eine atomwaffenfreie Welt forderte, in der es keine Drohnenmorde mehr gibt. Ähnlich wie Christian beschreibt das unser gemeinsames Positionspapier der Friedensbewegung 2015, das auch in Würselen ausdrückliche Unterstützung fand mit seinen Punkten
Raus aus der NATO
Stopp deutscher Kriegsbeteiligung und Verbot von Rüstungsexporten
Kein Drohnenkrieg von deutschem Boden
Keine Atomwaffen in Deutschland
Keine Ermächtigungsgesetze wie TTIP und Co
Stopp der Totalüberwachung
Vielen Dank an alle Beteiligte, insbesondere an Helene und Dr. Ansgard Klein.
Frank erklärte am 27.07.15 den Begriff „Philosemit“ und Donatus erklärte u.a. unser aller Eigenverantwortung. Außerdem redeten wir erneut über die Heuchelei in Medien und Politik, über Subsidiarität, Demokratie, die Gefahr von politischem Nationalismus/Monopolismus, über den Unterschied zum Patriotismus und vieles mehr.
Am Ende singt und musiziert spontan einer der Zuhörer:
Christian, Donatus, Maik und Peter sind auf den Spuren von Thomas Müntzer in verschiedenen Städten und vergleichen Revolutionäre von damals, aus heiligen Schriften und von heute.
Am Freitag, den 26.06.15 besuchten Frank Geppert und Kathrin Oertel auf Einladung von Reza und Marwan die schöne Stadt Köln, um sowohl den Geburtstag von Reza zu feiern, als auch die muslimischen Gepflogenheiten kennen zu lernen und mit Walter, einem Aktivisten für die Menschen in Gaza zu sprechen.
Es begann mit dem Gespräch in einer Moschee mit einem Imam. Marwan erklärte die Unterschiede zwischen Sunniten und Schiiten und deren extremen Auslegern der Wahabiten, Salafisten und IS. Dabei stellt er klar, dass diese extremen Strömungen den Koran falsch interpretierten.
Am Kölner Dom gab es ein Treffen mit dem 77-jährigen Walter, der die Gaza-Klagemauer dort 5 mal die Woche von 11 bis 21 Uhr aufstellt und sich seit 1991 bei fast jedem Wetter der Öffentlichkeit präsentiert, diversen Klagen von israelischen Lobbyorganisationen zum Trotz.
Wir solidarisierten uns mit Walter und seinem Anliegen, weil ein staatenloses Volk, das bombardiert und verdrängt wird, so gut wie keine politische Stimme in internationalen Gremien hat und die Unterstützung eines jeden Humanisten braucht, solange Gerechtigkeit noch eine Rolle spielt.
Am 27.06.15 trafen sich 300 bis 500 Menschen zu einer Kundgebung in Kaiserslautern mit Rednern der „alten“ Friedensbewegung wie Dr. Ansgar Klein, dem Journalisten und Berater Christoph Hörstel, den Musikern Wojna (Die Bandbreite) und Owe (C-Rebell-um) sowie Aktivisten verschiedener Friedensbewegungen (Friedensmahnwachen oder Endgame).
Nach weiteren Redebeiträgen, u.a. von Jenny Friedheim oder Alex Quint fuhren ein Teil der Aktivisten nach Ramstein, wo eine von der Stadt geforderte Strecke lediglich durch die Natur zu einem geschlossenen Freibad führte, weit entfernt vom Geschehen des Rheinland-Pfalz-Tages und weit entfernt von der Airbase. Dort gab es weitere Redebeiträge und schlussendlich einige empörte, emotionale Kommentare von Aktivisten, die nicht nur Gräser und Pflanzen, sondern Menschen mit ihrem Protest erreichen wollten.
So liefen wir geschlossen eine Straße bis zu einer Kreuzung, eingekreist von Polizei, die den ganzen Tag unsere besten Zuhörer darstellten. Dort wurde im Dialog ein Kompromiss gefunden und wir liefen weiter zum Fest, wo wir am Maschendrahtzaun einige Zuhörer erreichten, die auf Bänken sitzend, interessiert zuhörten.
Wie emotional und mitreißend es war, ist dem folgenden Video zu entnehmen: