Auch am Ostermontag haben wir wieder auf dem Marktplatz gestanden, so wie jeden Montag seit ca. einem Jahr. Wir haben über Lösungen statt Probleme gesprochen, lesen positive Nachrichten vor, reden über alternative Wirtschaftssysteme mit fließendem Geld, BGE, alternative Medien, regionale Währung oder die Monetative, die in der Schweiz zur Abstimmung steht.
Wir erwähnen in unserer Ist-Analyse sehr häufig die Probleme unserer Zeit, aber wir sprechen auch immer wieder über Lösungsansätze. Am Ostermontag, dem 06. April 2015 um 18 Uhr auf dem Hallenser Marktplatz wollen wir einen Tag der Hoffnung gestalten und explizit über solche Themen reden.
Dabei erwähnen wir alternative Medien-, Wirtschafts-, Verteilungs- oder Geldsysteme wie das BGE, die Vollgeldinitiative, Gradido, Gemeinwohlökonomie, Tauschringe, den Lindenthaler oder fließendes Geld.
„Warum haben Sie eigentlich etwas gegen die Amerikaner?“ war die erste Frage des Reporters vom Bayrischen Rundfunk, als er uns interviewte. Unsere Antwort, dass wir sogar solidarisch mit den US-Bürgern sind, welche die 800 Militärbasen weltweit und die Kriege mit ihren Steuern finanzieren müssen, passte dann nicht so recht ins vorgefertigte Bild, weswegen die nächste Frage folgerichtig war: “ Beschützt die NATO uns nicht vor der Agression Russlands?“. Da war eine kleine Aufklärung über Vietnam und den Irak fällig. Ob das jemals gesendet wird?
Bei unserer Protestaktion in Vilseck demonstrierten Aktivisten der Friedensmahnwachen, Endgame-Anhänger und Dresdner Demokraten gegen den US-Konvoi „Dragoon Ride“, der die östlichen Grenzen der EU abgefahren ist, provokant gegen Russland und kriegsverherrlichend für die Kinder, die auf Marktplätzen an den Kriegsmaschinen spielen durften.
Army Go Home!
Im Jemen ist Krieg. Saudi Arabien bombardiert das Land und tötet damit Rebellen aber auch Zivilisten. Die US-Regierung wirft den jemenitischen Rebellen vor, vom Iran finanziert zu sein. Unsere deutschen Mainstream-Medien stellen es so dar, als ob der Angriff erfolgt, weil die schiitischen Hothi den Präsidenten Hadi gerade aus dem Land gejagt hätten. Der Leser folgt bereitwillig dieser Logik.
Doch wer nur ansatzweise und auch nur wenige Minuten recherchiert, stellt fest, dass der ehemalige Präsident Abed Rabbo Mansur Hadi bereits am 22. Januar 2015 von seinem Amt zurück getreten ist. Die gesamte Regierung war sogar noch früher zurück getreten. Die Huthi-Rebellen sind laut Wikipedia „seit 2015 de facto die Machthaber des Jemen„. Sie kontrollieren seit September die Hauptstadt Sanaa, erstellten eine Übergangsverfassung und richteten einen Nationalrat mit 551 Mitgliedern ein.
Ein halbes Jahr später erfolgen Bombardements auf Städte und Zivilisten und in Deutschland wird vorwiegend über den Absturz der Germanwings-Maschine berichtet und Sanktionen gegen Saudi Arabien sind nirgends Gespräch, während sie gegen Russland aufgrund demokratischer und friedlicher Separation der Krim sofort möglich waren.
Im Gegenteil, Siegmar Gabriel hat gerade weitere Waffengeschäfte mit Saudi Arabien vereinbart. Deutschland hat zwischen 2001 und 2014 Waffen im Wert von 2,6 Milliarden Euro nach Suadi Arabien geliefert, darunter Feuerleiteinrichtungen, Kriegsschiffe, Munition, Kleinwaffen sowie Fahrzeuge und Panzer.
Enthauptung
Saudi Arabien unterscheidet sich in ihrem Handeln kaum vom Islamischen Staat. Es werden offiziell Menschen zum Tode verurteilt gesteinigt, erschossen und geköpft. Enthauptungen werden mit dem Schwert durchgeführt und können erfolgen nach Vergewaltigung, Ehebruch, Ermordung, Konversion in eine andere Religion, Hexerei, bewaffnetem Raub oder Handel mit Betäubungsmitteln.
Wir entscheiden über die Geopolitik der nächsten 20 Jahre, über Krieg und Frieden und Europa! Werdet euch bitte Eurer ungeheuren Verantwortung bewusst!
US-Waffen werden trotz Dementi in die Ukraine geliefert, sagt der US-Thinktank Stratfor (Strategic Forecasting Inc.), der unter anderem einen täglichen Lagebericht der Weltpolitik ausliefert. Die USA wollen einen „Sicherheitsgürtel“ um Russland aufbauen, nicht um sie zu töten, aber um ihnen weh zu tun.
Es wird auch gesagt, dass die USA alle Ozeane der Welt kontrollieren, um in andere Länder einzudringen, ohne Angriffe von außen zu erwarten.
Wenn Europa gegeneinader kämpft, kann es keine Seehoheit erlangen. Das war schon so, als Großbritannien noch das Imperium war.
Bezüglich des Iran-Irak-Krieg sagte Stratfor, dass es besser sei, sie kämpfen gegeneinander, als gegen die USA.
Dabei wurde immer interveniert durch Störangriffe, um das Gleichgewicht der Kräfte zu beeinflussen.
Demokratie in solchen Ländern aufzubauen sei ein Zeitpunkt der Geistesschwäche gewesen. Ein Ungleichgewicht zu erzeugen, reicht aus.
Es sei auch wichtig, Führer einzusetzen, die dem Imperium dienen.
Stratfor hält Kriege in Europa für einen Normalzustand und glaubt, dass es keine Gemeinsamkeiten in Europa gibt.
Die unbekannte Variable in Europa sei Deutschland.
Stratfor hält nicht den Islam, sondern die Beziehungen zwischen Deutschland und Russland als das Hauptproblem für die USA.
Die Urangst der USA sei, dass sich deutsches Kapital und Technologie mit russischer Arbeitskraft verbindet.
Deutsche Entscheidungen bestimmen die Geopolitik der nächsten 20 Jahre. Wir leisten dazu einen wesentlichen Beitrag. Erkennt bitte Eure Verantwortung! Frieden in Europa, kann die imperialistische Strategie der US-Herrschaft über Europa zu Fall bringen.
Der Stern verlangt, dass russische Künstler beim Eurovision Song Contest ausgebuht werden müssen und ist der Meinung, sie wären von Putin persönlich geschickt, um uns zu verspotten und findet ein Friedenslied „zum Kotzen“.
Noch aggressiver und platter kann man die Hetze gegen eine andere Nation nicht mehr treiben. So muss es in etwa vor dem 1. oder 2. Weltkrieg in den Medien ausgesehen haben. Es ist verwunderlich, dass es überhaupt noch Menschen gibt, die dem Stern ihr sauer verdientes Geld zukommen lassen.
Aber der Stern ist damit nicht allein. Auch der Spiegel schrieb nach dem Absturz der MH-17 „Stoppt Putin Jetzt“, aufgrund seiner Verschwörungstheorie, Putin hätte das Flugzeug abgeschossen. Derzeit sprechen niederländische Auswertungen gegen diese These. Die Bild schrieb „Putin greift nach Europa“, während sie noch nie geschrieben haben, „Obama greift nach dem Nahen Osten“.
Die Heuchelei der aktuellen Medien ist unerträglich für jeden intelligenten Leser.
In Bratislava demonstrierten ca. 500 Leute mit den gleichen Symbolen und Schriftzügen wie in Venezuela gegen die USA und die NATO direkt vor der US-Botschaft.
In Hannover trafen sich ca. 300-400 Demonstranten zur dritten Endgame-Veranstaltung am 14.03.15, um ebenfalls gegen die US-Außenpolitik zu demonstrieren und sich für Völkerverständigung und Solidarität zusammen mit den palästinensischen Gästen auszusprechen. Davon berichteten internationale Medien wie RT und PressTV und Europa Objektiv, während der deutsche Medienwald mal wieder schwieg.
Es sprachen u.a. der ehemalige ARD Korrespondent Christoph Hörstel, der ungewöhnlich emotional auftrat, Fuad Afane vom PNC, Martin Hylla, Wojna, Patrick, Wolfram, Vanessa und Jenny Friedheim. Eine gute Zusammenfassung gibt es von N23. In der Mitte der Veranstaltung fand ein Bewegtumzug über die Berliner Allee statt, der stark von allen Seiten abgesichert wurde.
Insgesamt waren sehr viele Polizisten anwesend. Es gab 60 Gegendemonstranten, die nicht in der Lage waren, für ihre unangemeldete Kundgebung einen Versammlungsleiter zu benennen. Daher wurden sie dann abgedrängt und unter Beobachtung gestellt. Deren Versammlung löste sich dann nach und nach auf.
Unter den Endgame-Demonstranten gab es einige, die sich als die wahren Antifaschisten bekannten und daher Antifa-Fahnen schwenkten. Sie distanzierten sich dennoch von denjenigen, die diese Symbole sonst als neoliberale Erfüllungsgehilfen imperialistischer Nationen und der NATO nutzen, gegen Friedensdemonstranten zu agieren.
Zudem wurde erneut mehrfach erwähnt, dass nicht gegen die Bürger in den USA demonstriert wird, sondern gegen die kriegerische Außenpolitik des Imperiums. Das Feedback vor Ort war großartig. Die Polizei bedankte sich für die Kooperation und die Demonstranten dankten bereits während der Kundgebung mehrmals den Sicherheitskräften vor Ort. Das war auch deswegen so bedeutsam, weil mehrere Kinder anwesend waren. Vanessa, eine der Rednerinnen geht in die 5. Klasse und berührte einige Herzen mit ihrer Ansprache.
Am 14.03. ist in Hannover die dritte Endgame-Demo geplant. Es werden diesmal wieder großartige Redner und Teilnehmer dabei sein. Wir haben es geschafft, den ehemaligen ARD-Auslandskorrespondent und aktiven Publizisten Christoph Hörstel als Redner zu begeistern. Er berichtete aktiv u.a. aus Afghanistan, Pakistan und Kaschmir.
Der Autor und Gewalttherapeut Rüdiger Lenz wird anwesend sein. Die Publizistin und Friedensaktivisten Evelin Pietza redet erneut wie Fuad Afane, der sich aktiv für die Freiheit der Palästinenser einsetzt. Auch Taylan Can ist kein Unbekannter. Er ist Künstler und Aktivist und betrachtet „alle 73 Nationen mit gleichen Augen, …“. Doch weil er alle Menschen mit gleichen Augen sieht, kritisiert er natürlich die Ungerechtigkeit derjenigen, die ihre Nachbarn unterdrücken, Land rauben oder imperialistische Kriege in die Welt tragen.
Wir stehen für Völkerveständigung, Solidarität, Frieden und Gerechtigkeit, mit Euch gemeinsam! 14 Uhr, am Hauptbahnhof in Hannover. Und wir werden auch laufen, demonstrieren, umarmen, rufen, singen und lachen.
Am 07.03. kritisierten ca. 200-300 Menschen die Rüstungsexporte der BRD, inbesondere die Firma Rheinmetall, die sogar daran beteiligt war, strahlende Uran-Munition zu entwickeln.
Es gab viele Redebeiträge von Teilnehmern der alten und neuen Friedensbewegung und der Partei „Die Linke“. Es gab 2 Bands, die Musik beisteuerten. Eine kleine Gruppe Demonstranten lief mit einem mobilen Lautsprecher die Einkaufspassagen rauf und runter.
Nach einigen Redebeiträgen und Musikstücken am Hauptbahnhof gab es einen Umzug durch die Stadt zur Rüstungsfirma Rheinmetall, wo die Veranstaltung fortgesetzt wurde. Es gab Kreidebilder auf den Plätzen und ausnahmsweise keine Gegendemonstrationen.
Nach der aktuellsten Umfrage des PEW-Research bezüglich der Stimmung zum TTIP-Abkommen, stellte sich heraus, dass nur 39 Prozent der Deutschen für dieses Abkommen sind. Obwohl also die Mehrheit damit nichts anfangen kann, will Merkel nun zügig das Abkommen abschließen. Damit macht Merkel erneut Politik gegen ihr eigenes Volk und beweist, dass Lobby-Interessen und transatlantische Verbindungen wichtiger sind, als den Willen der Bevölkerung zu respektieren.
„Was ist los mit den Deutschen? Spielen sie verrückt? Machen sie wieder mal auf Angst?“
Laut der Studie des PEW-Institutes entsteht allerdings ein ökonomisch tragisches Bild. In den Südländern gibt es hohe Zustimmungsraten zu TTIP. Aber gerade die Südländer haben bereits erlebt, dass sie in einer Freihandelszone die Verlierer sind, insbesondere mit einem gemeinsamen Währungsraum. Die Staaten mit den geringsten Sozialkosten, mit den flexibelsten Löhnen und den besten Bedingungen für zügige Entlassungen werden die geringsten Lohnstückkosten produzieren und in so einem Wettbewerb gewinnen, während die anderen nur noch Arbeitslosigkeit produzieren. 50 Prozent Jugendarbeitslosigkeit war den Südländern keine Lehre. Dann muss und wird es leider noch schlimmer kommen, wie man anhand der Analyse der komparativen Kostenvorteile nachweisen kann. Die Reichen werden Reicher, die Arbeitslosen werden mehr: